
ALPAKA VERSTEHEN
Mehr als ein Material - eine besondere Faser mit Geschichte, Herkunft und einzigartigen Eigenschaften.

01
FEINHEIT & MIKRON
Was bedeutet Baby Alpaka eigentlich?
Die Feinheit einer Faser wird in Mikron (µm) gemessen.
Je niedriger die Zahl, desto feiner ist die Faser und desto weicher kann sie sich auf der Haut anfühlen.
Baby Alpaka bezeichnet nicht das Alter des
Tieres, sondern die Feinheit der Faser.
Klassifizierung von Alpakafasern in Peru:
Kategorie
Mikron (µm)
Súper Baby
≤ 20
Baby
20,1–23
Fleece
23,1–26,5
Medium Fleece
26,6–29
Huarizo
29,1–31,5
Gruesa
> 31,5
Bedeutet feiner automatisch, dass es nicht kratzt?
Nein. Die Mikronzahl ist wichtig, aber nicht alles. Auch gröbere Fasern innerhalb des Materials, die Medullierung und die spätere Verarbeitung beeinflussen, wie sich ein Stück auf der Haut anfühlt.
Deshalb können sich zwei Stücke mit ähnlicher Mikronzahl unterschiedlich anfühlen.
Warum?
Nach NTP 231.301:2022 des peruanischen Instituto Nacional de Calidad (INACAL).
Gut zu wissen: Bezeichnungen wie Royal Alpaka, Alpaka 16 oder Superfine sind Handelsbezeichnungen einzelner Hersteller und keine Kategorien der peruanischen NTP.

02
MEDULLIERUNG
Warum kann sich eine feine Faser trotzdem auf der Haut bemerkbar machen?
DIE NATUR IN JEDER FASER
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Um es zu verstehen, beginnen wir mit etwas Bekanntem: unserem eigenen Haar.
Im Inneren vieler Haare gibt es eine Struktur, die als Mark oder Markkanal bezeichnet wird. Sie kann fehlen, nur in einigen Teilen vorhanden sein oder sich kontinuierlicher durch das Haar ziehen. In der Alpakafaser ist es ähnlich.
Wofür ist sie gut?
Die Medulla ist natürlich und kann kleine Lufträume enthalten, die zur Wärmeisolierung beitragen. Bei der Alpaka ist sie Teil einer Faser, die das Tier vor Kälte und den Temperaturschwankungen der Anden schützt.
Drei Arten der Medullierung
In der Alpakafaser
Ohne Markkanal
Faser gleichmäßig und flexibler.
Diskontinuierlicher Markkanal
Nur in einigen Teilen der Faser vorhanden.
Kontinuierlicher Markkanal
Deutlich ausgeprägter Markkanal entlang der Faser.
MIKROSKOPISCHE AUFNAHMEN VON ALPAKAFASERN
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Und was hat das mit unserer Haut zu tun?
Ein niedriger Mikronwert ist ein sehr gutes erstes Zeichen dafür, dass eine Faser fein und weich sein wird, aber es gibt noch andere Faktoren, die beeinflussen, wie wir sie auf der Haut spüren.
Je stärker die Medulla ausgeprägt ist, desto steifer kann die Faser sein. Diese Steifigkeit kann dazu führen, dass einzelne Fasern hervorstehen und auf der Haut ein leichtes Kribbeln oder Jucken verursachen.
Deshalb kann sich ein Kleidungsstück in der Hand sehr weich anfühlen und sich dennoch nach einiger Zeit auf der Haut deutlicher bemerkbar machen.
Die Medullierung ist nicht bei allen Fasern gleich und kann nicht vollständig eliminiert werden. Sie kann innerhalb einer Alpaka und je nach Genetik, Alter, Ernährung, Umgebung oder sogar je nach Körperregion variieren.
Nach der Schur werden die Fasern sorgfältig von Hand ausgewählt und klassifiziert, mit der Hilfe von Sicht, Tastsinn und viel Erfahrung. Dieses Wissen ermöglicht es, verschiedene Qualitäten zu trennen und jede Faser für den passenden Verwendungszweck einzusetzen.
Und was passiert danach mit der Faser?
Eine natürliche Eigenschaft

Die besten Decken, Plaids, Ponchos und Wintermäntel verwenden Fasern mit höherem Mikronwert und einer stärker ausgeprägten Medullierung.
Diese Fasern bieten eine hervorragende Wärmeisolierung: Sie helfen, die Körperwärme zu bewahren und verleihen dem Produkt mehr Volumen und Widerstandsfähigkeit.
Jede Faser hat ihre eigenen Eigenschaften, die je nach Verwendungszweck optimal genutzt werden können.
WUSSTEST DU SCHON ...?
03
ALPAKA
VERSTEHEN
VON DER FASER ZUM STÜCK
Was passiert, nachdem die Faser ausgewählt wurde?
Nach der Schur und der Auswahl beginnt der Weg, auf dem die natürliche Faser zum Garn und schließlich zu dem Stück wird, das wir tragen.

1. Faser
Die Alpaka wird geschoren. Dabei gelten die RAS-Anforderungen zum Schutz des Tierwohls.

2. Klassifizierung
Die Fasern werden von Hand nach Feinheit, Länge, Farbe und weiteren Qualitätsmerkmalen sortiert.

3. Waschen
Staub und Verunreinigungen werden entfernt.

4. Kardieren & Kämmen
Die Fasern werden geordnet und ausgerichtet.

5. TOP
Die Fasern liegen nun gleichmäßig ausgerichtet und zum Spinnen vorbereitet vor.

6. Spinnen
Die Fasern werden zu Garn verarbeitet und können dabei mit anderen Fasern kombiniert werden.

7. Weben oder Stricken
Das Garn wird je nach gewünschtem Stück gewebt oder gestrickt.

8. Veredeln
Das Stück erhält seinen endgültigen Griff und seine Optik.

9. Das fertige Stück
Das Ergebnis, das schließlich bei dir ankommt.
Gewebt oder gestrickt?
Beim Weben werden Fäden miteinander verkreuzt. Beim Stricken entsteht die Fläche aus miteinander verbundenen Maschen.
Diese unterschiedliche Konstruktion bestimmt, wie beweglich ein Stück ist, wie es fällt und wie es sich beim Tragen verhält.

Gestrickt
Passt sich dem Körper besser an und bietet mehr Bewegungsfreiheit.

Gewebt
Behält seine Form besser und sorgt für einen gleichmäßigeren Fall.
Die Natur schafft die Faser.
Qualität entsteht aus dem, was wir daraus machen.

AUCH DAS GARN MACHT EINEN UNTERSCHIED
Nicht jedes Garn ist gleich. Es kann feiner oder kräftiger, glatter oder voluminöser sein und dadurch beeinflussen, wie ein Stück später aussieht, fällt und sich anfühlt.
Auch Fasermischungen können bewusst gewählt werden, um bestimmte Eigenschaften zu erreichen. Alpaka kann zum Beispiel mit Seide, Wolle oder anderen Fasern kombiniert werden – etwa für mehr Leichtigkeit, Stabilität, Elastizität oder eine besondere Struktur.
Eine Mischung bedeutet also nicht automatisch weniger Qualität. Entscheidend ist, warum die Fasern miteinander kombiniert wurden.
DIE ART DES GEWEBES SPÜRT MAN AUCH AUF DER HAUT
Wie ein Gewebe aufgebaut ist, beeinflusst nicht nur, wie ein Stück fällt, sondern auch, wie es sich auf der Haut anfühlt.
In einer dichteren Struktur liegen die Fasern enger beieinander und können stärker im Gewebe gehalten werden. Bei einer offeneren oder voluminöseren Struktur können mehr Fasern an die Oberfläche treten.
Bedeutet das, dass ein dichteres Gewebe niemals kratzt? Nein.
Wie sich ein Stück auf der Haut anfühlt, hängt vor allem von der verwendeten Faser ab. Aber auch die Web- oder Strickart und die Veredelung können die Hautempfindung beeinflussen.
ABER WAS MACHT EIN STÜCK WIRKLICH HOCHWERTIG?

WUSSTEST DU SCHON ...?
Wenn sich Socken mit der Zeit abnutzen, sieht man manchmal eine Art elastische Struktur zwischen oder unter den Fasern. Sie hilft dabei, die Form zu erhalten und sich dem Fuß anzupassen.
Deshalb muss ein hochwertiges Kleidungsstück nicht immer aus 100 % einer einzigen Faser bestehen. Kleine Mengen Polyamid oder Elasthan können Widerstandsfähigkeit, Elastizität oder Stabilität verleihen.
Bei unserem Illariy Bouclé beispielsweise unterstützt 11 % recyceltes Polyamid die besondere Struktur des Bouclé-Garns und verleiht ihm Stabilität und Widerstandsfähigkeit, während 89 % Alpaka die natürlichen Eigenschaften der Faser einbringen.
Eine gut gewählte Fasermischung erfüllt einen Zweck.
Jetzt kennen wir den Weg der Faser – von der Schur bis zum fertigen Stück.
Doch „100 % Baby Alpaka“ allein sagt noch nicht alles über seine Qualität aus.
Denn Qualität entsteht aus dem Zusammenspiel vieler Faktoren.

04
WAS BESTIMMT DIE QUALITÄT?
DIE RICHTIGE FASER FÜR JEDEN ZWECK
EIN NIEDRIGERER MIKRONWERT BEDEUTET NICHT AUTOMATISCH BESSER
Wir wissen bereits, dass der Mikronwert die Feinheit einer Faser angibt. Doch nach allem, was wir bisher gesehen haben, können wir noch etwas verstehen:
Der niedrigste Wert ist nicht automatisch die beste Wahl.
Qualität hängt nicht von einer einzigen Eigenschaft ab. Auch Medullierung, Garn, Fasermischung und die Art, wie ein Stück gefertigt wird, beeinflussen das Endergebnis.

JEDE FASER HAT IHREN PLATZ
Die verschiedenen Alpaka-Kategorien sind keine Skala von „schlecht“ bis „gut“.
Baby, Fleece oder Medium Fleece bezeichnen Fasern mit unterschiedlichen Eigenschaften. Eine kräftigere Faser ist nicht einfach eine „schlechtere“ Version einer feineren Faser: Sie kann genau die richtige für den gewünschten Zweck sein.
Je nach Stück können mehr Weichheit, Volumen, Widerstandsfähigkeit oder Wärmeisolierung gefragt sein. Deshalb findet Alpaka in ganz unterschiedlichen Produkten Verwendung – von leichten Kleidungsstücken bis hin zu Schals, Cardigans, Ponchos oder Decken.
Die beste Faser ist nicht immer die mit dem niedrigsten Mikronwert.
Es ist die richtige Faser für den jeweiligen Zweck.
WUSSTEST DU SCHON ...?
WÄRMEISOLIERUNG
Alpaka besitzt hervorragende wärmeisolierende Eigenschaften.
Seine Struktur kann Luft zwischen den Fasern einschließen und so dabei helfen, Wärme bei Kälte zu speichern, ohne dass ein Kleidungsstück zwangsläufig besonders schwer sein muss.

HYDROPHOBES VERHALTEN
Alpakafaser nimmt nur wenig flüssiges Wasser auf. Ihre Struktur kann dazu beitragen, dass sich Feuchtigkeit verteilt und schneller trocknet.
Das bedeutet nicht, dass Alpaka wasserdicht ist. Vielmehr besitzt die Faser besondere Eigenschaften im Umgang mit Feuchtigkeit, die zum Tragekomfort beitragen.
UND WAS BEDEUTET QUALITÄT?
Dass jede Entscheidung einen Zweck erfüllt.
Mikronwert, Medullierung, Garn, Fasermischung und Konstruktion, die wir kennengelernt haben, wirken zusammen, um ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen.
Qualität zu verstehen bedeutet nicht, immer nach „dem Feinsten“ oder „dem Exklusivsten“ zu suchen, sondern zu verstehen, warum ein Stück so gefertigt wurde, wie es ist – und was wir von ihm erwarten.
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Verstehen, was du kaufst, bedeutet auch, besser wählen zu können.
LERNE DEIN STÜCK KENNEN
Jetzt wenden wir das Gelernte auf ein echtes KOKOMOMO-Stück an.
Ein Beispiel aus unserer Kollektion:
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SCHAL
QORI
Jede Faser hat ihren Zweck
Bewusst gewählt. Für lange Zeit.

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